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Harald Stadler ist neuer Chef der Freien Wähler

WECHSEL Der Neutraublinger tritt die Nachfolge von Willi Hogger an – der Bürgermeister aus Laaber gibt nach 15 Jahren den Vorsitz im Kreisverband ab.

NEUTRAUBLING. Rund 100 Delegierte waren zur Hauptversammlung des Kreisverbandes gekommen; im Kreisverband sind derzeit etwa 770 Mitglieder. Zum neuen Vorsitzenden wurde mit großer Mehrheit Harald Stadler, Kreisrat und Stadtrat von Neutraubling, von Beruf Polizist, gewählt. Nicht mehr zur Wahl als erster Vorsitzender stellte sich Willi Hogger, Kreisrat und Bürgermeister von Laaber. Stattdessen ließ er sich zum stellvertretenden Vorsitzenden zusammen mit Eduard Obermeier, dem Bürgermeister von Pettendorf, wählen. Geschäftsführer ist Alfred Lechermann aus Sinzing, Schatzmeisterin Marianne Royes aus Nittendorf.

Auch als Abschiedsrede war der Bericht des scheidenden Vorsitzenden Hogger zu verstehen, der nach 15 Jahren an der Spitze nicht mehr weiter machen wollte. Die Landtagsfraktion habe sich hervorragend etabliert und bewiesen, dass sie von der Sache etwas verstehe und wäre, so Hogger, auch bereit gewesen, gute Dinge der anderen Parteien zu unterstützen. Oberste Maxime der Freien Wähler sei das Wohl der Bürger, was offensichtlich für manche schwer zu verstehen sei.

Tanja Schweiger berichtete aus ihrer Arbeit im Landtag. Eine ihrer Forderungen war, Straftaten gegen Polizisten härter zu bestrafen. Der Staat solle seine Fürsorgepflicht ernster nehmen. Diese Forderung der FW sei vom Bundesinnenministerium aufgegriffen worden. Auch sei die Polizei überaltert. 48 bis 49 Jahre sei das Durchschnittsalter der Polizisten. Ebenso seien von der CSU die Ideen der FW zur Problematik von Jugend und Alkohol aufgegriffen worden. Erfolgserlebnisse habe es gegeben im Haushaltsausschuss, als Vorschlägen der Freien zu den Themen Alkohol und Pädophilie im Haushaltsausschuss stattgegeben wurde. Drei Prozent aller Männer hätten eine Neigung zur Pädophilie, berichtete die Abgeordnete. Das Thema könne allerdings zum Spielball der politischen Parteien verkommen, fürchtete sie. Bezüglich der neuen Mittelschulen meinte Schweiger, dass sie zu Bustourismus führenwürden.

Josef Bezold, Sprecher der Kreistagsfraktion, berichtete von der Arbeit im Kreistag. Er trauerte dem möglichen Einfluss seiner Gruppierung nach. Aber CSU und SPD hätten sich gegen die FW zusammen getan. Das Gymnasium in Lappersdorf hielt Bezold für richtig. Die vorhandene Infrastruktur und die Sportplätze seien gute Gründe dafür. Nicht geliebt wird die neue Mittelschule von der Kreistagsfraktion. Etikettenschwindel sei das, meinte Bezold. Die Mittelschule sei ein weiteres Glied in der langen Kette der Fehlentscheidungen der Regierung bezüglich der Hauptschulen. In fünf Jahren, so prophezeite Bezold, werde es nur mehr fünf Hauptschulen im Landkreis geben. Zur weiterhin ungelösten DSL-Problematik meinte der Fraktionssprecher, dass Funklösungen nur Zwischenlösungen sein könnten.

Geschäftsführer Alfred Lechermann zog eine positive Bilanz: Man habe mit Tanja Schweiger eine Landtagsabgeordnete, dazu zwei weitere neue Abgeordnete aus dem Bezirk Oberpfalz, Joachim Hanisch aus Bruck und Dr. Karl Vetter aus Cham. Anstelle von bisher einem Mitglied als Bezirksrat stellen die Freien jetzt zwei: Karin Bucher aus Cham und Thomas Thumann aus Neumarkt.

Im Jahr 2002 hatten die FW auf Kreisebene mit 10,43 Prozent Stimmenanteil acht Kreisräte, bei der Wahl 2008 mit 16,33 Prozent Stimmenanteil zwölf Kreisräte.

In vielen Gemeinden seien Freie Wähler zu Bürgermeistern gewählt worden; der Anteil an FW-Gemeinderäten habe sich – unterschiedlich in den einzelnen Gemeinden – deutlich erhöht. Bei künftigen Wahlen würden die Freien Wähler aufgrund des höheren Stimmenanteils nicht mehr die Liste Nummer 4 sondern die Liste Nummer 3 haben.

 

Quelle: Mittelbayerische Zeitung

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