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20.01.2021
SINKENDE INZIDENZEN: FREIE WÄHLER WOLLEN SCHULEN WIEDER ÖFFNEN

REGENSBURG. Die FREIEN WÄHLER im Landkreis Regensburg fordern die baldmöglichste Rückkehr zum Präsenzunterricht an Grundschulen sowie die Wiedereröffnung von Kitas und Kindergärten. Sie stellen sich damit auch gegen die jüngsten Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin, die ohne Berücksichtigung der Lage vor Ort Schulschließungen vor Ort bis vorerst Mitte Februar festlegt. Gleichzeitig weisen sie auch darauf hin, dass das Land Niedersachsen von der bundesweiten Strategie abweicht und bereits jetzt partiell zum Präsenzunterricht zurückkehrt.

„Der Distanzunterricht belastet Familien weit über Gebühr, er raubt den Kleinsten entscheidende Lernchancen ebenso wie den wichtigen Kontakt mit Gleichaltrigen“, sagt Hans-Peter Landsmann, Kreisgeschäftsführer der FREIEN WÄHLER und Kreisrat aus Barbing. Unterstützung für die Forderung kommt von zahlreichen Kommunalpolitikern und Landtagsabgeordnetem Tobias Gotthardt.

Vorstellen können die FREIEN WÄHLER sich dabei auch regional unterschiedliche Lösungen – „orientiert am Inzidenzwert“. In vielen Landkreisen lägen mittlerweile Inzidenzwerte unter 100 oder darunter vor. Sollte sich der Trend fortsetzen, müsse – wie ursprünglich geplant – schon vor Mitte Februar über Möglichkeiten zur Öffnung von Kitas und Grundschulen gesprochen werden.

Einen derartigen Beschluss hat das Bayerische Kabinett im Dezember getroffen. Damals bei und für deutlich höhere Inzidenzen als jetzt. „Die Schulen haben allesamt funktionierende, seit Monaten bewährte Hygienekonzepte. Die Schülerinnen und Schüler sind für das Thema längst sensibilisiert“, sagt Kreisrat Kurt Senft.

Auch Kreisrätin Dr. Catrin Nießen, selbst Ärztin, hält eine „Rückkehr in Grundschulen und Kindertagesstätten bei gestaffelten Inzidenzwerten infektiologisch für absolut vertretbar“.

Grünes Licht für die Maßnahme kommt auch von zahlreichen Bürgermeistern im Landkreis. So sprechen sich etwa die Brennberger Bürgermeisterin Irmgard Sauerer, ihr Altenthanner Kollege Harald Herrmann, der Alteglofsheimer Rathauschef Herbert Heidingsfelder und stellvertretender Landrat Willi Hogger nachdrücklich für eine zeitnahe Wiederöffnung – genannt wird Anfang Februar 2021 – aus. Nach 6 Wochen „Lockdown light“ und 7 Wochen „Lockdown hart“, brauchen die Menschen wieder eine Perspektive zurück und die beginnt bei den Kleinen.

Unterstützung kommt auch von Landrätin Tanja Schweiger: „Bei mir melden sich mittlerweile viele Eltern, die um Öffnung der Kitas und Schulen bitten. Die Familien sind wirklich an der Belastungsgrenze. Ich halte das für einen notwendigen familien- und gesellschaftspolitischen Schritt, den auch viele Kinderärzte fordern, zumal keine klaren Nachweise für Ansteckungen zwischen Schülern bei Einhaltung der Hygienemaßnahmen vorhanden sind.“

„MP Söder sagte im Dezember, man kann das Land nicht im Dauerhalbschlaf lassen, aber genau das erleben wir seit 13 Wochen - ohne jegliche Perspektive, bei welcher Inzidenz es anders werden soll. Hatten im November bei einer Inzidenz von über 200 die Schulen und Geschäfte offen, sind sie jetzt bei unter 100 zu“, so der Kreisvorsitzende Harald Stadler.

Auch für Landtagsabgeordneten Tobias Gotthardt geht es darum, „weitere soziale Kollateralschäden an unseren Kindern durch diese pandemische Situation zu vermeiden“.